Blogparade Schreiblust: Mein Beitrag

Blogparade Schreiblust: Mein Beitrag

Es ist so weit, ihr Lieben! Hier kommt mein eigener Beitrag zur Blogparade Schreiblust, die ich vor einiger Zeit ins Leben gerufen habe, und die Ende August auch endlich mal ein Ende haben wird. Aber bis zum 31. August habt ihr noch die Gelegenheit, mitzumachen. Schaut euch einfach den Hauptbeitrag, lasst euch inspirieren und macht noch schnell bei der Blogparade mit.

Aber ich will euch auch nicht zu lange auf die Folter spannen, also kommt hier auch schon meine Kurzgeschichte…


Warum?

Er dreht sich noch ein letztes Mal um.

Was hat sie wohl dazu getrieben, ihrem noch viel zu kurzen Leben so abrupt ein Ende zu setzen? Warum? Und warum genau an dieser Stelle? Hier haben sie sich zum ersten Mal geküsst. Es bedurfte keiner Worte, sie wussten einfach, dass sie zusammengehörten. Er trug sie auf Händen, las ihr jeden Wunsch von den Augen ab. Und doch schien immer etwas zwischen ihnen zu stehen, wie eine unsichtbare Mauer, die nicht zu bezwingen war.

„Alles ist gut.“ hat sie gesagt. Immer und immer wieder. Und er glaubte ihr. Glaubte fest daran, dass ihre Liebe größer war als alles, was er bisher erleben durfte. Glaubte, dass ihre Liebe alles überstehen würde. Glaubte, dass sie all ihre Gedanken, Sorgen und Gefühle mit ihm teilte.

Doch er wurde eines Besseren belehrt. Nichts ist für die Ewigkeit, auch wenn die Zeit scheinbar still zu stehen scheint.

Warum hat sie das getan? Warum genau hier? Hätte er sie retten können? Hätte er irgend etwas tun können, um sie vor diesem Schritt zu bewahren? Hätte er erkennen müssen, dass hinter jedem „Alles ist gut.“ eine ganz andere Wahrheit steckte? Oder war er etwa selbst an dieser Misere Schuld? War er zu unachtsam? Zu verliebt? Zu blauäuig? Hat er sie bedrängt? Sie zu sehr als sein Eigentum betrachtet? Er hatte sich immer bemüht, achtsam und edel zu sein. Nicht immer hat es funktioniert, doch war es sein Bestreben, stets das Beste zu geben.

Er setzt sich auf die letzte Stufe der wackeligen Holztreppe und beginnt zu grübeln. Aus Sekunden werden Minuten. Aus Minuten Stunden. Aus Stunden ein ganzer Tag. Und plötzlich ist ihm alles klar. Als hätte es nie auch nur den geringsten Zweifel gegeben.

Nicht sie hat ihrem Leben ein Ende gesetzt, sondern er selbst!

Warum hat er das getan?

Es schien alles so perfekt. Sie sagte „Alles ist gut.“ und er glaubte ihr. Glaubte ihr? Tat so, als würde er ihr glauben. Doch in seinem Inneren sah es ganz anders aus. Er wusste es.

Er wusste, dass sie eigentlich nur aus Mitleid mit ihm zusammen war. Weil sie sich schon als Kinder kannten. Weil sie viel miteinander durchgemacht haben. Weil sie sich schuldig fühlte. Schuldig an dem fatalen Autounfall seiner Eltern. Der Unfall hat einfach alles verändert. Er fühlte sich von einem Moment auf den anderen komplett leer und versuchte seitdem, diese Leere zu füllen. Wie einfach es doch war, sich dieses Schuldbewusstsein zu Nutze zu machen. Sie dazu zu bringen, ihn zu lieben. Sie machte ihre Sache gut. Zu gut vielleicht.

Diesen Umstand hat er nie verkraftet.

Also brachte er sie her. Genau an die Stelle, an der sie sich zum ersten Mal küssten. Wo sie sich die ewige Liebe schworen. Wo diese große Liebe ein jähes Ende finden sollte.

Wie entsetzt ihr Gesichtsausdruck war, als er sie rückwärts über das Geländer schubste. Was für eine Genugtuung er dabei empfand. Und doch war das Gefühl nicht von langer Dauer. Warum hat er das getan?

Er drehte sich um und ging. Ohne zu wissen, warum.


Tadaaaa! Das war mein Beitrag zur Blogparade Schreiblust! Ich hoffe, mein Text hat euch gefallen – freue mich auf jegliches Feedback und vor allem darauf, euch schon bald den Sammelbeitrag mit sämtlichen Einreichungen meiner ersten Blogparade präsentieren zu dürfen! :)

Foto ©Sophie Schmikal

Alles Liebe, Sophie

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1 comment

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